Stefanie Seemann MdL besucht die Sommer Akademie von GoldenHearts in Eutingen
Während andere Kinder ihre Sommerferien im Freibad oder im Urlaub verbringen, sitzen in Eutingen Schülerinnen und Schüler freiwillig im Klassenzimmer – und das mit großer Motivation. Bei einem Besuch der Sommer Akademie von GoldenHearts hat sich die Grüne Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann ein Bild von dem zweiwöchigen Bildungsangebot gemacht. Sie erhielt von Frauke Janßen und Katharina Stohrer (GoldenHearts) Einblicke in den Unterricht, sprach mit Kindern und Jugendlichen und packte beim gemeinsamen Kochen selbst mit an.
43 Kinder nehmen in Eutingen teil. Das Angebot richtet sich an Grundschulkinder sowie Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis sieben der Werkrealschule. 13 Lehrkräfte der Schule in Eutingen, drei Betreuerinnen und mehrere Ehrenamtliche begleiten sie. Vormittags stehen Deutsch und Mathematik auf dem Programm, ab 13.45 Uhr gemeinsame Bewegung und Freizeit.
„Ich bin völlig geplättet von dem Angebot, das GoldenHearts auch in diesem Sommer hier wieder auf die Beine gestellt hat“, sagt Seemann. Hier gehe es nicht einfach darum, in den Ferien Lücken in Mathe oder Deutsch zu schließen. „Die Kinder erleben, dass ihnen etwas zugetraut wird, dass sie Fortschritte machen können und dass ihre Fähigkeiten zählen. Genau das macht aus einem Lernangebot eine echte Mutmachschule.“
Für Seemann ist das der Kern guter Bildungsarbeit: „Gute Bildung gelingt besonders dann, wenn Schule nicht als Insel gedacht wird“, sagt Seemann. Neben guter Unterrichtsqualität und individueller Förderung seien multiprofessionelle Zusammenarbeit, starke Ganztagsangebote und außerschulische Partner wichtige Bausteine für mehr Bildungsgerechtigkeit.
Wie ganzheitlich dieser Ansatz gedacht wird, zeigt sich besonders bei den älteren Schülerinnen und Schülern. Für die Werkrealschülerinnen und -schüler wurde das Angebot erstmals um „Lernen lernen und Praxishilfe“ erweitert. Dabei geht es um lebenspraktische Fähigkeiten: Wie strukturiere ich mich oder bereite ich ein Telefonat vor und führe es? „Schule muss junge Menschen nicht nur auf die nächste Klassenarbeit vorbereiten, sondern auf ihr Leben“, betont Frauke Janßen. „Fachwissen ist unverzichtbar. Aber auch Selbstorganisation, Kommunikation, Teamfähigkeit und Selbstvertrauen gehören dazu.“
Neu ist ein Kochteam, das täglich frisch in der Schulküche kocht. An zwei Tagen kochen die Kinder gemeinsam mit Lehrkräften selbst; auch die drei Söhne von Frau Stohrer helfen ehrenamtlich mit. Seemann packte ebenfalls mit an. So werde Kompetenztraining praktisch: planen, zusammenarbeiten und Verantwortung übernehmen.
Ein weiterer Baustein ist die Zusammenarbeit mit den Familien. Gemeinsam wird überlegt, wie die Kinder nach der Akademie in Schule und Freizeit weiter unterstützt werden können, welche Vereine zu ihnen passen oder welche Fördermöglichkeiten es gibt. Frau Janßen beschreibt die Sommer Akademie deshalb als „Brücke zwischen Schule, Elternhaus und außerschulischen Partnern“. Ebenso wichtig wie Lernfortschritte sei, dass die Kinder sich angenommen fühlten, Erfolgserlebnisse sammelten und erfahren könnten: Ich kann etwas, ich werde gebraucht und ich kann meine Zukunft gestalten.
Die Gespräche machten auch Herausforderungen deutlich. Frau Stohrer zeigte sich erfreut, wie viel mit vergleichsweise kleinen Veränderungen, Zuwendung und klaren Strukturen möglich sei. Zugleich sei alarmierend, in welchen schwierigen Verhältnissen manche Kinder lebten: „Wir dürfen nicht akzeptieren, dass die soziale Herkunft darüber entscheidet, welche Zukunft einem Kind offensteht. Gerade Kinder mit schwierigen Startbedingungen brauchen verlässliche Förderung.“
Intensiv diskutiert wurde auch der Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen. Während der Sommer Akademie gilt ein striktes Handyverbot. Nach Einschätzung der Verantwortlichen wirkt sich das deutlich positiv auf Konzentration und Miteinander aus. GoldenHearts spricht sich deshalb für klare Regeln auch im Schulalltag aus.
Seemann steht dem positiv gegenüber: Baden-Württemberg habe bereits verbindliche Vorgaben geschaffen, nach denen Schulen die private Nutzung mobiler Endgeräte alters- und entwicklungsangemessen regeln müssen. Sie verwies darauf, dass die Landesregierung Eckpunkte für eine Verordnung für die im Koalitionsvertrag vereinbarte landesweite Unterbindung der privaten Handy-Nutzung an Schulen bereits im Herbst vorlegen wird. Zum Abschluss dankte Seemann den Lehrkräften, Betreuerinnen, Ehrenamtlichen und Verantwortlichen von GoldenHearts: „Was hier geleistet wird, ist wahnsinnig wertvoll – für jedes einzelne Kind und für uns als Gesellschaft. Die Sommer Akademie verbindet Förderung mit Zutrauen, Wissen mit Lebenspraxis und Schule mit Familie und Ehrenamt.“

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