Wie gelingt die Energiewende im Nordschwarzwald – und wie schaffen wir es gleichzeitig, mit der begrenzten Ressource Fläche verantwortungsvoll umzugehen? Darüber habe ich mich in Pforzheim mit Herrn Mack und Herrn Klein vom Regionalverband Nordschwarzwald ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen Wind- und Solarenergie, die Netzinfrastruktur und der Flächenverbrauch.

Beim Ausbau der Windenergie hat sich viel bewegt. Der Regionalverband berichtete, dass inzwischen zahlreiche Kommunen Windkraftanlagen positiv gegenüberstehen – auch wegen zusätzlicher Gewerbesteuereinnahmen. Der Umsetzungsstand der regionalen Planung ist gut, das vorgegebene Flächenziel wird voraussichtlich erreicht. Hilfreich seien dabei auch die neuen naturschutzrechtlichen Regelungen und der Fachbeitrag Artenschutz.

Gleichzeitig zeigt sich: Flächen für Windräder auszuweisen, reicht nicht. Zunehmend wird die Einspeisung des erzeugten Stroms zum Problem. Teilweise müssen lange Leitungen zu geeigneten Netzknoten gebaut werden, während Genehmigungsverfahren viel Zeit beanspruchen. Auch bei der Photovoltaik stellt sich deshalb die Frage, wie schnell weitere Anlagen entstehen können, solange die Netze nicht entsprechend mitwachsen.

Die Verteilnetze entwickeln sich so auch in unserer Region zum Flaschenhals der Energiewende. Der Regionalverband plant daher einen intensiveren Austausch mit Netzbetreibern und weiteren Beteiligten im Rahmen eines Energieforums in den kommenden Monaten. Das halte ich für richtig. Erneuerbare Energien und Netzausbau müssen viel stärker zusammengedacht werden. Dazu gehört auch eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur für den Schwerlastverkehr, deren Ausbau weiterhin verlässlich unterstützt werden sollte.

Besonders wichtig war mir im Gespräch die Verantwortung des Regionalverband zum Thema Flächenverbrauch anzusprechen. Energieanlagen, Stromleitungen, Gewerbe, Straßen und andere Vorhaben konkurrieren um eine sehr begrenzte Ressource. Deshalb müssen bestehende Flächen besser genutzt werden, bevor immer neue in Anspruch genommen werden. Für notwendig halte ich ein zentrales und transparentes Monitoring des Flächenverbrauchs. Nur wenn wir wissen, wo und wofür neue Flächen beansprucht werden, können wir wirksam gegensteuern. Für mich ist klar: Neben dem Gelingen der Energiewende ist der verantwortungsvolle Umgang mit Fläche eine der drängendsten Aufgaben in unserer Region.

Mit der vollständigen Neuaufstellung des Regionalplans steht nun eine große Aufgabe bevor. Dabei müssen Energie, Infrastruktur und Flächenplanung gemeinsam gedacht werden. Zugleich räumten meine Gesprächspartner ein, dass besser erklärt werden müsse, warum die notwendigen Investitionen heute langfristig zu einem stabileren, klimafreundlicheren und nicht zuletzt preiswerteren Energiesystem führen. Hier sehe ich mich selber, aber auch die Landesregierung mit in der Verantwortung. Denn die Energiewende gelingt nicht allein technisch – sie braucht auch Transparenz und Akzeptanz.