Der Fachkräftemangel in der Pflege ist eine der größten sozialpolitischen Herausforderungen unserer Zeit. In Baden-Württemberg bleiben tausende Stellen unbesetzt. Das hat spürbare Folgen für Pflegebedürftige, Angehörige und Einrichtungen. Es ist daher unbestritten, dass es strukturelle Verbesserungen, bessere Arbeitsbedingungen und auch qualifizierte Zuwanderung braucht.
„Wer Pflege stärkt, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ohne internationale Fachkräfte werden wir den Bedarf nicht decken können“, betont Stefanie Seemann, Landtagsabgeordnete für den Enzkreis. „Zuwanderung ist keine Notlösung, sondern eine Chance: für unsere Einrichtungen, für die Wirtschaft und für eine vielfältige Gesellschaft.“
Deshalb setzt das Land auch im Bereich Pflege konsequent auf die Gewinnung internationaler Fachkräfte. Ein zentraler Baustein dafür ist die Landesagentur für die Zuwanderung von Fachkräften (LZF). Sie bündelt Verfahren, beschleunigt Anerkennungen ausländischer Abschlüsse und begleitet Arbeitgeber wie Fachkräfte durch den gesamten Prozess. Die LZF ist ein voller Erfolg: Verfahren werden deutlich effizienter, Transparenz und Verlässlichkeit steigen. „Das ist ein echter Vorteil für den Standort Baden-Württemberg,“ unterstreicht Seemann. Gerade auch aus dem Pflegebereich habe sie bereits positive Rückmeldungen zu der Arbeit der Agentur bekommen.
Damit Integration gelingt, investiert das Land gezielt in Sprachförderung und Begleitung vor Ort. Modellprojekte in Pflegeeinrichtungen verbinden berufsbegleitenden Spracherwerb mit Praxisphasen. So lernen Fachkräfte die Sprache dort, wo sie täglich gebraucht wird – im Team, im Austausch mit Bewohnerinnen und Bewohnern. Das erhöht die Qualität der Pflege und erleichtert das Ankommen. Auch Einrichtungen im Enzkreis profitieren davon.
„Integration gelingt durch Teilhabe. Wer bereit ist, unsere Sprache zu lernen, Verantwortung zu übernehmen und sich einzubringen, ist bei uns herzlich willkommen“, so Seemann weiter. Der Wegfall von Sprachkursen, wie von CDU-geführten Bundesregierung beschlossen, hält sie dagegen für den völlig falschen Weg. Im Gegenteil: „Wir brauchen mehr Integrations- und Sprachkurse. Entscheidend ist, dass wir faire Bedingungen schaffen und Menschen gut begleiten. Dazu gehört auch die Perspektive für den Familiennachzug.“ Man könne sich nicht junge Menschen zum Arbeiten ins Land holen, erwarten, dass sie sich integrierten, und sie gleichzeitig zum Teil Jahre lang von ihren Kindern und Familien trennen.
Für die Grünen ist klar: Baden-Württemberg ist ein starkes, weltoffenes Land. Wir stehen zu unserer humanitären Verantwortung und zu unserer wirtschaftlichen Vernunft. Eine moderne Fachkräftepolitik verbindet beides – pragmatisch, menschenfreundlich und zukunftsorientiert.
Hintergrund zur Landesagentur für die Zuwanderung von Fachkräften (LZF):
Seit dem Start der LZF am 1. April 2025 wurden rund 1500 Anträge gestellt, von denen bereits rund 700 erfolgreich mit der Erteilung einer Vorabzustimmung abgeschlossen wurden. Mehr hier: https://www.landesagentur-zuwanderung-bw.de/

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