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Politischer Baumschnittkurs mit Stefanie Seemann und Umweltstaatssekretär Andre Baumann

“Gut leben im Enzkreis” – unter diesem Motto hat die Mühlacker Grünen-Abgeordnete Stefanie Seemann am Samstag zu einem Baumschnittkurs auf eine Streuobstwiese beim Dürrmenzer Öschelbronner Weg eingeladen. Rund dreißig Gäste, darunter etliche Gemeinderäte der LMU Mühlacker sowie aus anderen Gemeinden im Enzkreis kamen, um sich von Baumfachwart Werner Gehringer vom Obst- und Gartenbauverein Mühlhausen erläutern und demonstrieren zu lassen, was es mit der Öschberg-Methode beim Baumschnitt auf sich hat. Hierbei wird dem Baum eine kelchähnliche Silhouette mit viel Licht im Inneren des Baumes anerzogen. Unter den Gästen waren auch der Staatssekretär im Landesumweltministerium, Andre Baumann mit Ehefrau. Baumann, selbst promovierter Biologe und langjähriger Vorsitzender des Naturschutzbund Baden-Württemberg hatte bei einer Besichtigung des Obstbaummuseums in Kieselbronn im vergangenen Sommer gegenüber Stefanie Seemann den Wunsch geäußert, einmal bei einem Bauschnittkurs dabei sein zu können. In seiner nordbadischen Heimat Schwetzingen seien solche Veranstaltungen eher unüblich. Er wie auch Stefanie Seemann betonten in ihren kurzen Begrüßungsreden die Wichtigkeit des Kulturgutes Streuobstwiese und Obstgehölz. Diese zählen zu den artenreichsten Biotoptypen Deutschlands, die jedoch seit Jahren einen starken Rückgang erleben, woran nicht zuletzt eine teilweise überbordende Ausweisung neuer Bauflächen für Wohnen und Gewerbe einen erheblichen Anteil hat. Nur wenn diese erhalten und sachgerecht gepflegt werden, können sie ihrer Funktion als Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten gerecht werden und dazu beitragen, dem derzeit brennenden Problem des Insektenrückgangs Einhalt zu gebieten. Auch ihre Funktion als Klimaregulativ sei nicht zu unterschätzen. Außerdem tragen sie auch heute noch wie schon vor Jahrhunderten zur gesunden und preiswerten Ernährung bei. „Naturschutz mit dem Einkaufskorb kann so einfach sein und Spaß machen. Man muss sich nur an hier produzierte Lebensmittel halten und heimischen Apfelsaft und Streuobst kaufen statt Orangensaft und chemisch behandeltes Obst. Dieses hat oft lange Wege hinter sich, bis es an der Theke landet“, sind sich Abgeordnete und Staatssekretär sicher. Und dass heimische Produkte gut schmecken bewies die anschließende Führung und Verkostung beim einzigen Obstwinzer der Region auf dem Mayerhof in Dürrmenz. Achim Mayer erläuterte seine Betriebsphilosophie in Bezug auf Regionalität, Sortenreinheit und Chemiefreiheit und musste viele Fragen beantworten.