Pressemittielung Besuch solidarische Landwirtschaft Diefenbach

MdL Seemann: Mit solidarischer Landwirtschaft dem globalisierten Markt etwas entgegensetzen

Lässt sich Umwelt- und Klimaschutz, Erzeugung hochwertiger Lebensmittel, Solidarität und Gemeinschaftserlebnis verbinden? Um das herauszufinden, hat die Grüne Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann im Rahmen ihrer Sommertour die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) in Sternenfels-Diefenbach besucht. Dort bewirtschaften mehrere Familien gemeinsam unter Anleitung der Demeter-Gärtnerin Els Lasthuis seit einigen Jahren ein Stück Land, um Gemüse für den eigenen Bedarf zu produzieren. 

„Wir kommen alle aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten. Uns eint, dass wir mit der heutigen Nahrungsmittelproduktion, die vielfach auf langen Lieferketten, Umweltzerstörung und Ausbeutung beruht, nicht mehr einverstanden sind“, führt Friederike Keitel aus.

In der Regel sind Solawis Teil eines landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betriebs. „Nicht so bei uns. Wir treffen uns regelmäßig samstags auf dem Acker und führen alle anfallenden Arbeiten nach Anweisung von Els Lasthuis selbst aus“, erklärt Elsbeth Rommel, die die Finanzen der Gruppe verwaltet. „Die beteiligten Familien zahlen einen monatlichen Beitrag, helfen nach Bedarf mit und erhalten im Gegenzug einen Teil des Ernteertrags. Unser Motto: Wir teilen uns die Ernte.“

Im Gewächshaus werde auf einer Tafel notiert, was aktuell zu tun sei und welches Gemüse geerntet werden könne. Es gebe nicht, wie bei anderen Solawis, eine geregelte Verteilung der Produkte. Keitel fügt hinzu: „Alle nehmen sich, was sie gerade brauchen, ohne die Bedürfnisse der anderen aus den Augen zu verlieren. Das klappt prima und so wird Solidarität gelebt.“ 

Für Vera Wagner hat die Arbeit auch eine therapeutische Wirkung. „Die Arbeit mit und in der Natur ist in hohem Maße sinnstiftend. Man bekommt einen ganz anderen Bezug zu den Lebensmitteln und schätzt deren Wert. Darüber hinaus ist der Austausch mit Gleichgesinnten überaus bereichernd.“ Angesichts von Klimawandel, Artensterben und anderer ökologische Probleme in unserer Welt dürfe man nicht weitermachen wie bisher. „Wir wollen mit unserem Tun dem etwas entgegensetzen und bestenfalls andere damit anstecken“, ergänzt sie.

Aus Sicht von MdL Seemann zeigt die Solawi die vielfältigen Vorteile einer ökologischen, nicht-industriellen, marktunabhängigen Landwirtschaft. Die Mitglieder haben einen Bezug zu den Lebensmitteln, die sie produzieren, weil sie wissen, woher ihr Essen stammt und weil sie mit den Tieren, Pflanzen und der Erde in direkten Kontakt kommen. „Damit wird dem globalisierten Markt etwas entgegengesetzt. Es entsteht ein von den Mitmachenden organisierter und finanzierter, überschaubarer Wirtschaftskreislauf, der zusätzlich auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt“, ist sich Seemann sicher.