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Besuch beim Mädchenbildungszentrum Pforzheim

Begeistert berichteten  mir die Besucherinnen der Freitagsgruppe im Pforzheimer Mädchenbildungszentrum (MBZ) von den gemeinsamen Aktivitäten und Projekten, die im Haus angeboten werden. „Wir können hier z.B. an Selbstbehauptungstrainings, Kreativ-Kursen, Medien-Angeboten und Demokratie-Seminaren teilnehmen,“ erzählte eine Teilnehmerin und eine weitere ergänzte: „Unsere Theatergruppe feiert nächste Woche mit dem Stück ‚Schöner Wahn‘ Bühnenpremiere.“

Ich freue mich, dass das MBZ solch ein breites Spektrum an Angeboten zur Verfügung stellt und dieses auch so gut angenommen wird. Vor Ort habe ich mich über das Konzept informiert, das durch den Trägerverein Lilith in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring entwickelt wurde.

„Das MBZ bietet Mädchen und jungen Frauen im Alter von 13 – 25 Jahren einen geschützten Raum des gegenseitigen Austauschs. Hierzu stehen sowohl offene Angebote zur Verfügung, die fortlaufend stattfinden, als auch themenbezogene, zeitlich begrenzte, zu denen sich die Mädchen anmelden können,“ erklärte Geschäftsführerin Angela Blonski. Ihre Kollegin, Alison Bussey, ergänzte: „Hier können sich die Mädchen kritisch mit unterschiedlichen Lebensentwürfen auseinandersetzen. Das MBZ wird von Mädchen mit und ohne Migrationshintergrund frequentiert. Sie besuchen Werkreal-, Real-, Berufsschulen oder Gymnasien.“

Das MBZ wird seit 2015 durch Landesmittel gefördert und wird zusätzlich über die Stadt, Eigenmittel und Spenden getragen. 2018 läuft die Landesförderung aus, weshalb sich Seemann bereits mit dem Sozialministerium in Verbindung gesetzt hat: „Leider sind die Mittel aus dem VwV-Integration lediglich als Anschubfinanzierung vorgesehen und auf 3 Jahre begrenzt. Der Gedanke ist hierbei, neuen Projekten eine Starthilfe zu geben und die Gelegenheit, sich auf eigene Füße zu stellen.“

Durch die finanzielle Situation der Stadt, als auch die schwierige finanzielle Lage des Trägervereins ist diese Selbständigkeit jedoch nicht gesichert. Hierzu sagte Linda Bahlo, Vorstandsmitglied von Lilith e.V.: „Wir hoffen sehr, dass wir Finanzierungsmöglichkeiten für die Weiterführung der Mädchenarbeit erschließen können und dass von kommunaler Seite die Relevanz der hier geleisteten Arbeit wahrgenommen und entsprechend unterstützt wird.“

Die Arbeit, die im MBZ zur Integration, Gewaltprävention und Stärkung der Mädchen und jungen Frauen ist von hohem gesellschaftlichen Wert. Ich werde mich weiter für das MBZ und Lilith einsetzen.